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Lost in thoughts

* WELCOME BACK *

Alle Texte und Bilder aus dem Kopf von ATJ; sofern nicht anders deklariert.


Korrektorat: Eva Nietlispach,
Hottingen, 25. Juni 2020

Courage, dear little heart – Küss die Nacht für mich für immer, aber bitte konsumier dich nicht zu Tode.

Foto: ATJ

:(:

(…) Ruhe nur noch unendlich verlangsamte Bewegung.

Michel Foucault

Attention – and the desire of escapism that accompanies it – is the new religion of our time.

Juni 2020 // Oft spreche ich von einer kollektiven Verantwortung gegenüber der natürlichen und sozialen Umwelt, doch bin ich mir eigentlich wirklich bewusst, welche Narrative meinen Kleidern innewohnen? Kenn’ ich wirklich die Geschichte dieser Textilien, die bis heute eng mit  ausbeuterischen Praktiken verwoben sind. Weiss ich Bescheid über Lieferketten? Weiss ich, wer meine Kleider gemacht hat? Durch welche Hände sie unter welchen Bedingungen geflossen sind?Verfüge ich über ein reflektiertes Geschichtsbewusstsein? Weiss ich, welche Geschichte und sozialen Missstände untrennbar mit diesen Geweben, die ich so sehr mag, verwoben sind? Inwiefern stelle ich mich zur Rechenschaft, sehe ich mich selbst als Täter, wenn ich naiv & unbedacht beispielsweise Baumwolle trage? Ein Material, das auf eine lange Entwicklungs- und Enstehungsgeschichte zurückblickt, eng mit der Ausbeutung fremder Kulturen und Sklaverei verzahnt. Weiss ich genug Bescheid über die düsteren Kapitel der „ach so angenehmen organischen Stoffe“? Gehört es nicht auch zu unserer Verantwortung, diese Geschichte transparent zu machen, sie zu vermitteln. Das sind Fragen, die mir in letzter Zeit öfter durch den Kopf gehen.

PLEASE MISS ME

Was wünschst du dir, fragst du mich. Dürfte ich uns was wünschen, es wäre, dass wir einen liebenswürdigen Umgang mit unserer sozialen und natürlichen Umwelt pflegen. Das wir uns bewusst sind, dass jeder Schritt, jede Aktion, jeder Gedanke zählt. Dass wir alle eine Wirkung haben. Virtuell. Analog. Immer. Dass es schön ist über diese Wirkung zu sprechen: Möglichst wertneutral, unsere Wahrnehmung zu teilen. Wie du auf mich wirkst bzw. ich auf dich, ist fundamental für die Qualität unserer gemeinsamen Realität. Die Virtualität hat unser Schweigen gestärkt, dabei liegt so viel Kraft im Diskurs. Das alles antworte ich dir und denk’ mir noch viel mehr.

«Zeit liegt still, Zeit ist angehalten. Im Vakuum zwischen gestern, hier und dann. Nichts Neues zu erwarten, nur Altes zu lieben. Zeit, halte inne. Jetzt hält sie inne. Bleibt noch ein wenig. Zeit, dankbar zu sein. Für was war, was ist. Keine Zeit für Zukunft. Präsenz, Präsenz jetzt!» – Notizen AT, 2020 


Bereits jetzt wissend, dass das heute wieder passiert. Auch ohne mich, wieder und wieder und immer wieder.

FORMS MOVE AND ARE BORN, AND WE ARE FOREVER, MAKING NEW DISCOVERIES.

Kasimir Malevič


Für den einen schweizerischer Durchschnitt, für den anderen das grösste Privileg ever – ein Zuhause. 

Lass’ mich träumen von einer Welt, in der wir alle besser mit weniger leben können.

ATJ

Bitte sei kein Dieb, klaue keine Gedanken pur. Mit Textsteinen ist es wie mit Kirschen: Wachsen sie in fremden Gärten, sind sie selten ein Genuss, sind sie geklaut. Das schlechte Gewissen macht sie sauer. Darum besser fragen oder weiterdenken: Es hat nämlich genug für alle.

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